Wenn Träume
wahr werden!

Nun angele ich schon ein paar Jahre auf Karpfen und das mit guten Erfolgen. Ich fing in Deutschland NRW Fische bis 39pf in allen Formen und Variationen, doch dieses Jahr erfüllten sich Träume einer ganz besonderen Art. Ich hatte mir eigentlich die 40pf Marke als Ziel gesetzt und wollte im Frühjahr und im Spätherbst dieses Ziel in die Tat umsetzen. Anfang Juni begab ich mich wie geplant an mein Zielgewässer. Das Wetter war schon warm, das Wasser hatte eine Temperatur von etwas über 10 Grad und ich war nach einer längeren Angelpause mehr als heiss. Nach einer längeren Platzsuche entschied ich mich für ein Platz, wo ich noch nicht gefischt hatte und wo ich auch im Vorfeld noch keinen anderen Spezi hatte sitzen sehn. Ich baute auf, lotete und platzierte meine beiden Ruten an einer vor mir befindlichen Kante, die bei 3,5Metern unter der Wasseroberfläche lag. Etwas Futter hinterher und alles war gut. Na ja, das dachte ich zumindest. Ich hatte nur eine Woche Urlaub und wollte in dieser möglichst einige Fische auf die Schuppen legen.

Aber wie das so ist, passierte in den ersten 4 Tagen rein gar nichts. Mein Magen und mein Kopf fanden das das gar nicht witzig. Aber wenn ich mir ein Ziel gesetzt habe lasse ich mich durch nix auf der Welt davon abbringen. Ich hatte ja noch einige Tage Zeit und wollte nun endlich wissen, was dieser für mich neue Platz so verbirgt, da ich noch nie im meinem Leben ein Freund des schnellen Platzwechsels war, blieb ich mir treu und harte weiter aus.
Die vierte Nacht brach herein und ich war mehr als gespannt, ob ich nun endlich für das lange Warten entlohnt werden würde. Um Punkt 22 Uhr wurde ich nun wirklich durch einen lang anhaltenden Dauerton geweckt. Völlig überrascht stand ich nun da, mit gebogener Rute und einem guten Gegenspieler am anderen Ende meiner Schnur. Nach 10 minütiger Gegenwehr konnte ich einen Spiegelkarpfen von 30pf auf die Schuppen legen. Och! Da war aber einer glücklich. Schnell hackte ich den Fisch ab und setzte ihn samt Sack vorübergehend zurück in sein Element, warf die Rute neu aus und war ganz gespannt, was da denn wohl noch kommen würde. Es dauerte 2 Stunden bis mich der nächste Dauerton aus den Federn holte. Und was soll ich sagen auch dieser Fisch durchbrach die 30pf Marke, es war ein wunderschöner Schuppi. Ich war mehr als zufrieden mit dieser Ausbeute und beschloss meine Ruten rein zuholen und zu schlafen um in den frühen Morgenstunden wieder fit zu sein. Gegen 6 Uhr wurde ich wach, beköderte meine Ruten neu und legte sie an meine Kante. Eine gute Stunde später ging das ganze weiter und ich durfte einen 39pf Spiegelbullen auf die Matte legen. Mensch was will Mann mehr? 500g! So gegen 10Uhr kam ein Freund vorbei und wir machten eine ausgedehnte Fotosession und setzten im Nachhinein die 3 Burschen wieder zurück ins Feuchte! Ich packte meine Sachen zusammen und begab mich, um die ganze Geschichte zu verarbeiten, erst mal nach Hause.

Zu Hause angekommen völlig glücklich und verwirrt, rief ich umgehend meinen Arbeitgeber an um eine zweite Woche Urlaub zu bekommen. Der willigte zu meiner Überraschung ein und ich hatte nun eine weitere Woche um mein Ziel zu erreichen. Ich entspannte mich übers Wochenende in den Armen meiner Freundin (an dieser Stelle möchte ich mich auch bei ihr für das Verständnis für meine Passion bedanken). Das Wochenende ging schnell vorbei und es wurde Montag. Ich setzte mich wieder in mein Auto und fuhr zu meinem neuen Hot Spot. Am Wasser angekommen baute ich flink mein Tackel auf, suchte die Kante, warf die Ruten aus, fütterte ein wenig und legte mich wieder auf die Lauer. In den folgenden Tagen fing ich einige Fische bis 29pf, verlor einige und war aber doch gut zufrieden. Die letzte Nacht brach herein und ich dachte eigentlich, dass ich meine bisherigen Fänge nicht mehr übertreffen konnte, was mir eigentlich auch egal war, ich war mehr als zufrieden mit meiner bisherigen Ausbeute und dachte nicht mehr über irgendwelche Ziele nach. Gegen 22 Uhr wurde ich durch einen erneuten Dauerton aus meinen Gedanken gerissen. Schnell sprang ich zur Rute und drillte. Mein Gegenüber kämpfte wie ein Mann, nach einer Weile hatte ich den Burschen einige Meter vor mir. Es war schon dunkel und ich suchte den Kescher der hinter mir stand, als auf einmal mein Gegenspieler mit einem Satz die Wasseroberfläche durchbrach und wie eine Forelle auf der Oberfläche tanzte. Was war das?

So etwas hatte ich in meiner bisherigen Angelgeschichte noch nie erlebt. Ich war mehr als verwirrt, blieb aber ruhig und landete schließlich den Fisch. Doch was war das? Ich legte den Kunden vorsichtig auf meine Abhackmatte machte meine Kopflampe an und traute meinen Augen nicht mehr. Was da vor mir lag war ein Geschenk Gottes, ich hatte einen echten Wildkarpfen überlisten können. Ich war so verwirt das ich das in diesem Moment gar nicht richtig realisieren konnte, schnell sackte ich den Fisch ein und warf meine Rute erneut aus. Ein paar Stunden später fing ich noch einen Spiegelkarpfen von 38 Pf., der schon mal auf meiner Matte lag. Am nächsten Morgen kam ein guter Freund und er war mehr als begeistert als ich ihm die Ausbeute der letzten Nacht präsentierte. Wir fotografierten zuerst den Wildkarpfen und setzten ihn ohne zu wiegen so schnell wie möglich zurück ins kühle Nass. Die Maße dieses Fisches waren mir egal ich schätze ihn auf höchstens 15pf, wenn überhaupt. Anschließend wurde noch schnell der alte Bekannte bildlich festgehalten und wieder zurückgesetzt. Ich fing in diesen 8 Angeltagen Fische von 39,38,30,30,29,20,16pf und meinen schönsten bisher gefangenen Fisch, den Wildkarpfen, der in meinen Augen wesentlich höher einzuordnen ist als irgendwelche Monsterkarpfen. Danke Petrus! Mir gelang es später im Jahr noch einmal einen Wildkarpfen zu fangen, dieser Bursche brachte stolze 18Pf. auf die Wage.
Sämtliche Fische wurden gefangen mit: