Der Flash

Es war im letzten Sommer, als ich an einem nahe gelegen See angelte, um dort endlich einen grossen Fisch zu fangen. Ich konnte in der Vergangeheit dort Fische bis 26 Pfund fangen.
Ich hatte mir einen Plan gemacht und wollte ihn über die Monate Juli und August verwirklichen: FÜTTERN WIE EIN GROSSER UM DANN ZU ERNTEN WAS DER SEE ZU BIETEN HAT!

Bevor ich an diesem See erfolgreich angeln konnte, musste zuerst Futter ins Wasser.2 Wochen vor meinem Angelbeginn fuhr ich also an den See und fütterte eine Mixtur aus drei verschiedenen Fischboilies, die sich aus Spring5Fish, Monster Meat Spicy Fish und Dirty Fish zusammensetzte, zuerst 6kg Boilies, 2 Tage später 3kg Boilies und die Woche drauf noch zweimal 2kg Baits auf meinem Hot Spot! .Mit einer Dreitagessitzung wollte ich mein Glück versuchen. Also legte ich die Ruten aus und fütterte ungefähr 300g pro Rute nach.Die ersten 3 Stunden passierte gar nichts, und ich machte mir schon Gedanken ob ich dort nicht zuviel Futter versenkt hatte, welches eigentlich nicht meine Art ist.Denn im Sommer ist der See voll natürlicher Nahrung.Hatte ich die Fische eventuell mit der Futtermasse verschreckt? Während ich so sinnierte meldete sich wie aus dem Nichts plötzlich eine meiner beiden Ruten.

Super! doch nichts falsch gemacht! Ab an die Rute! Nach einem schönem Drill konnte ich meinen ersten Fisch verbuchen. Es war ein Spiegelkarpfen von ca. 16 Pf., der da heraus kam. Ich machte 2-3 Bilder und entließ den Kameraden wieder zurück ins Wasser. Wir hatten kurz nach halb 10 Uhr abends, und ich konnte meine Rute gerade noch raus bringen, alses auch schon dunkel wurde. Die Nacht brachte noch 3 weitere Fische, alle um die 14 Pfund. Aber auch 2 Brassen. Das wunderte mich sehr, denn die fing man hier eigentlich gar nicht. Ich blieb noch eine weitere Nacht und fing noch 2 Karpfen. Diese allerdings wurden immer kleiner und nicht, wie erhofft, größer! Na Ja, fürs Erste nicht schlecht! Doch es muss noch mehr kommen; so jedenfalls waren meine Erwartungen. Da ich an dieser Stelle ja 2 Monate lang fischen wollte, hörte ich jetzt auf und packte zufrieden ein.

Die nächsten Wochenenden verliefen gut; ich fütterte zweimal in der Woche gut 2kg von meiner Boiliemischung und ging dann meisten am Wochenende eine Nacht und in der Woche einen Abend los.Ich fing immer meine Fische, aber alle nur um die 15 Pfund.Ich verlor auch einen Guten, der mir wieder neuen Mut zum Weitermachen gab, aber es sollte nicht klappen an Fische über 20 Pfund zu kommen, geschweige denn größer. Eines wunderte mich aber doch: ich fing immer mal eine Brasse. Sollte die Futterstrategie doch nicht die richtige sein? Eines war mir klar: die Konsistenz meiner Boilies bewirkte, daß nach gut 36 Stunden die Kugeln so weich waren, dass auch jede Brasse oder andere kleine Fische mit ihnen fertig werden konnte. Aber genau das war mir wichtig, denn es gibt ja wohl nichts Schlimmeres als einen Boilie, der nach Tagen immer noch so hart ist wie am ersten Tag! Es geht bei meinen Boilies um einen sehr hohen Lockgehalt, und den kann er nur erreichen, wenn er sich auswäscht und arbeitet! Außerdem möchte ich auch nicht auf einem Boilieteppich fischen, auf dem sich, wenn die Boilies nicht gefressen werden, Pilze bilden, die dadurch das Gewässer unnütz belasten und mit Sicherheit die Karpfen nicht anlocken sondern eher verscheuchen würden. Diese Überlegungen möchte ich hier nicht weiter ausführen. Aber durch das regelmäßige Füttern hatte ich mir auch einen guten Groß -Weißfischbestand angelegt, der eigentlich nur störend war. Die Karpfen blieben aber in der Überzahl! Mittlerweile war es Mitte August geworden und ich hatte noch zwei Wochenenden, die ich an diesem See verbringen konnte. Mit meiner Fütterei war ich bis auf ein Mal die Woche runter gegangen und fütterte auch nur noch 1 Kilo Boiliemischung pro Woche.

Es war der letzte Samstag Abend an diesem See und es herrschte eine herrliche Ruhe. Ich konnte nach zwei Flaschen Bier selig einschlafen.Aber da, gegen 3 Uhr einen Fallbiss! "Nein!'" dachte ich innerlich und drehte mich rum in der Hoffnung ruhig weiter schlafen zu können. Das entsprach eigentlich nicht meiner Natur, aber ich glaubte, dass es sich nur um eine Brasse handeln könnte, die irgendwie wieder abgehen würde.Aber nein! gut 15 Minuten später wieder peep,peep!Ich lag halb schlafend da und - ich meine Ihr könnt Euch das vorstellen -, die Rute lag so gut, und jetzt mitten in der Nacht so was! NEIN! Ich blieb trotzdem einfach liegen und dachte, vielleicht kommt ein dicker Raubfisch vorbei und erledigt das, was ich eigentlich tun müsste.Kurz danach wieder peep, peep.Es war jetzt 20 nach 3 und ich wollte nur schlafen. Also musste ich kurz raus, um dem Ganzen ein Ende zu setzen. Ich ging zur Rute und holte sie ohne anzuschlagen ein. Dabei spürte ich einen Widerstand, der sich aber nicht bewegte. Ich kurbelte und kurbelte. Doch was war da?! Am Ende meiner Schnur hing ein Fisch. Ich machte meine Kopflampe an und traute meinen Augen nicht, Flash! Es war ein Giebel, so gute 25cm lang und gut 2pf schwer. Doch leider lebte er nicht mehr! Der Fisch war von der Unterseite der Kiemendeckel her aufgebrochen. Der Kopf war nur noch durch das Rückrad mit dem Rumpf verbunden und auf der Seite hatte er zwei Zahnabdrücke. Der Abstand von den beiden Zähnen war gut 10-15cm auseinander.

Ich hakte völlig verwirrt diesen Fisch ab und warf meine Rute einfach ins Nichts aus, legte sie zurück auf ihren Platz und begab mich wieder zur Ruhe.Doch an Schlafen war jetzt gar nicht mehr zudenken. In meinem Kopf drehte sich alles nur noch um diesen Fisch. Was um Himmels willen war denn da am Werke gewesen, ein Riesenzander? Was währe passiert, wenn ich noch 10 Minuten gewartet hätte? Ich beschloss beim nächsten Mal auf jeden Fall eine Raubfischrute mit zu nehmen; aber es blieb nur beim Plan! Am folgenden Morgen konnte ich noch 3 weitere Karpfen fangen, aber alle unter 15 Pfund.

Ich beendete für jetzt mein Vorhaben an diesem See einen Großen zu fangen. Es war eine schöne und fischreiche Zeit, aber eines steht fest: ich komme wieder aber mit einer anderen Strategie!

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