Unverhofft kommt oft

"Was ist das eigentlich für ein Wetter?", fragte ich mich, als ich am 13 Februar um 6 Uhr morgens noch ziemlich müde aus meinem Schlafzimmerfenster schaute. Es schneite! "Man alter was machst du hier eigentlich so früh auf den Beinen?", fragte ich mich innerlich. Der gestrige Abend war echt hart, erst um drei Uhr lag ich im Bett und das ein oder andere Bierchen hatte ich mir auch hinter die Binde gekippt. "Egal!" Mein Hausgewässer war schon seit einigen Tagen eisfrei und die ersten Fische für dieses Jahr konnte ich bereits im Januar bei 3°C Wassertemperatur überlisten. Außerdem hatte ich mich am Vortag mit Martin, nem Kollegen aus unserem Verein, zu einer vier bis fünf stündigen Tagessitzung verabredet. Ich kroch zurück ins Bett, welches noch warm war und drehte mich nochmal kurz um."Nein, du fährst nicht!" "Fische kannst du dieses Jahr noch genug fangen", murmelte ich vor mich hin. Aber einen Fisch bei solch winterlichem Wetter zu überlisten, reizte mich dann doch und so entschloss ich mich zu fahren. Ich wollte Martin nicht hängen lassen, da ich ihm die Session fest zugesagt hatte und er sich auf mein Kommen verließ, da ich für uns Schirm und Kescher mitbringen sollte. Und außerdem dachte ich mir, dass es bei 2°C Lufttemperatur zu zweit bestimmt angenehmer sei.

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Also stand ich auf und quälte mich mühsam in Richtung Badezimmer um mich erst einmal frisch zu machen. "Krank!", würden meine Arbeitskollegen sagen. Aber so ist das halt mit dem Karpfenangeln. Für Außenstehende ist es oft nicht zu verstehen welche Strapazen wir auf uns nehmen, um eventuell einen Fisch in die Kamera halten zu dürfen. Ich zog mich an und ging noch sehr verschlafen in den Keller um mein Rucksackgepäck fertig zu machen. Draußen ging der Schnee langsam in Regen über, was meine Euphorie zu angeln nicht wirklich stärkte. "Aber egal", dachte ich mir, erst einmal die Sachen ins Auto und dann mal weiter sehen. Als ich am Gewässer ankam war der Schnee bereits vollständig in Regen übergegangen. "Noch sind die Sachen trocken, noch kann ich zurück ins Bett!". Ich zweifelte erneut, denn die Bedingungen waren nicht wirklich gut. Noch am Vortag kam der Wind aus Süd-Ost und das Wasser hatte gerade mal knappe 3°C. " Was will ich hier?", fragte ich mich "Fische fangen!!!", hallte es durch mein Auto. Während meine Gedanken im noch laufenden Wagen kreisten, lies der Regen langsam nach. "Egal, ich mach's!", jetzt bloß keine Zeit verlieren. Schnell begann ich damit meine Sachen an den ausgewählten Platz zu tragen und aufzubauen. Eigentlich bevorzugte ich an diesem Gewässer einen Platz der bei solchen Wetterverhältnissen etwas komfortabler ist. Leider hatte unser Angelverein am Anfang des Jahres einen ordentlichen Zuwachs an neuen Karpfenanglern bekommen, welche keine Kosten und Mühen gescheut hatten und schon im Winter täglich händeweise Boilies namenhafter Firmen im See versenkt hatten. Natürlich auf den Plätzen, die ich schon im Jahr zuvor erfolgreich befischt hatte. Diese Angler konnten auch schon einen Fisch auf ihrer haben Seite verbuchen, allerdings waren sie zu dritt und fischten somit mit sechs Ruten. Und komischerweise blieb es auch bei diesem einen Fisch. Wahrscheinlich wurden sogar Boilies benutzt, die für die Fische bei diesen Wassertemperaturen nur schwer, oder gar nicht zu verdauen sind. Ich verstehe nicht wie man im Winter ans Wasser fahren kann um vorzufüttern.

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Alleine der Gedanke, dass die Fische vielleicht schon gar nicht mehr fressen würden, weil sie von der schweren Kost probiert hatten, machte mich wahnsinnig. Ich konnte diese Stellen auf gar keinen Fall befischen und versuchte es deswegen an einem anderen Spot, an dem ich dieses Jahr noch keine anderen Karpfenjäger gesehen hatte. Zuerst baute ich meinen Schirm auf, um mich etwas häuslich einzurichten. Schnell waren auch mein Kescher, mein Rod Pod und meine zwei Ruten aufgebaut. Als Hakenköder wählte ich Single Hookbaits in den Größen 16 und 18 mm. Es handelte sich hierbei um HNV Winter Boilies aus dem Hause Kautz, Feinkost für den Karpfen. Um genauer zu sein waren es HNV Winter Cream Boilies in Verbindung mit dem Blue Liquid Dairy Cream 2010 Flavour. Ein absoluter Wahnsinns Boilie, der seines gleichen sucht. Da ich kein Freund von großen Futterkampangen bin, weder im Sommer noch im Winter, befüllte ich die Luke meines Fishfeeders lediglich mit fünf Boilies, welche zum Teil halbiert waren, um eine noch bessere Lockwirkung zu erzielen. Schnell ließ ich das Futterboot zu Wasser und fuhr auf die Spots. Gerade rechtzeitig, als ich mit dem ausbringen der Ruten fertig war, begann es erneut heftig zu regnen und ich war froh als ich das Boot verstaut hatte und ich es mir endlich unter dem Schirm gemütlich machen konnte.

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Jetzt hieß es abwarten und um ehrlich zu sein befürchtete ich dass es eine Null-Runde werden würde. Mir war kalt, ich sah aus wie ein Schwein, überall war nichts als Schlamm und von Martin war auch weit und breit keine Spur. " Ich glaube ich fahre wieder nach Hause!", dachte ich. Anderthalb Stunden waren schon um und von einem Fisch keine Spur. "Alter komm klar es ist Winter! Was verlangst du?" Während diese Gedanken durch meinen Kopf spukten, ertönte plötzlich der Klang meines Microns, der Swinger klebte sofort unter dem Blank und der Ton verstummte. Klar, ich fischte im Holz und die Bremse war komplett dicht, wie also Schnur nehmen? Der Anschlag saß. Ich konnte es gar nicht glauben, Adrenalin schoss mir durch den Körper, von der eigentlichen Kälte spürte ich nichts mehr. Hoffnungslos dachte ich noch vor fünf Sekunden, alles umsonst und jetzt stand ich mit krummer Rute im Regen. "Jetzt bloß keinen Fehler machen!", murmelte ich vor mich hin. Und schon nach einigen kurzen Fluchten konnte ich meinen ersten Fisch für diesen Tag über den Kescher ziehen. Einen 18 Pfund Spiegler welchen ich schon aus dem Vorjahr kannte. "Yes Alter!", klang es in den Morgen. Schnell sackte ich das Tier ein und platzierte die Rute an exakt derselben Stelle. Genau wie zuvor nur mit fünf Boilies. Umgehend rief ich Markus an, der direkt vorbei kam. Nachdem wir einige schöne Bilder gemacht hatten, entließen wir den Karpfen wieder zurück in sein Element. Mittlerweile war auch Martin am Wasser angekommen und traute seinen Augen kaum, als er mich mit dem Spiegler sah. Martin war natürlich jetzt doppelt heiß und schnell beköderten wir auch seine Ruten und brachten sie auf die ausgewählten Spots. Schnell war die Arbeit erledigt und wir machten es uns unter dem Schirm bequem. Als wir gerade wieder saßen, meldete sich erneut mein Micron zu Wort, doch eh ich mich versah stieg mein Gegenüber nach kurzem Kontakt aus.

" Was geht hier denn ab?", sagte Martin. "Kautz – Boilies geht ab!", antwortete ich ihm. Ich war schon jetzt mehr als zufrieden, obwohl der zweite Fisch ausgestiegen war. "Man es ist Winter!", dachte ich und wir hatten in nicht einmal 3 Stunden 2 Fischkontakte, ohne auch nur einen Boilie oder irgendetwas anderes im Vorfeld gefüttert zu haben. Schnell beköderte ich auch diese Rute neu und fuhr sie auf ihren Platz zurück. Es verging gut eine Stunde, bis sich meine rechte Rute erneut zu Wort meldete. Kurze Zeit später konnte ich meinen zweiten Karpfen landen. Einen 12 Pfund Spiegler, welchen wir sofort fotografierten und wieder schwimmen ließen. Der Fisch war gerade wieder im Wasser, da meldete sich mein linker Micron mit einem Fallbiss, Anschlag und saß. Und nur kurze Zeit später konnte ich meinen dritten Fisch landen. Einen makellosen 8 Pfund Spiegler, welcher auch umgehend abgelichtet wurde. Ich war mehr als zufrieden mit der Session. Als wir am Ende des Tages Martins Ruten einholten mussten wir leider feststellen das beide Rigs verdreht waren und keine Chance für Martin bestand nen Lauf zu bekommen, sonst hätten wir mit Sicherheit noch mehr Fische fangen können. Als ich am Abend mit Markus sprach und er mir erzählte, das zwei weitere Carphunter zeitgleich an zwei anderen Gewässern Fische bis 28 Pfund überlisten konnten, viel mir nichts mehr ein außer zu sagen "Danke Markus, Danke für solche Boilies!" Dieses Jahr konnte ich in vier Sessions bereits fünf Karpfen überlisten, wobei ich einen Boilieverbrauch von weniger als 500 Gramm hatte, wenn mir da nochmal jemand erzählt die Boilies wären vielleicht ganz gut, aber viel zu teuer, dann hat Derjenige nichts verstanden. Last euch einfach fallen und vertraut auf die Produkte von Kautz, denn sie werden euch auch in den härtesten Fällen sicher zum Fisch bringen.

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Unverhofft kommt oft und mit Kautz – Boilies bekommt das Wort "oft" eine ganz andere Bedeutung. Denkt mal darüber nach. In diesem Sinne, viel Spaß am Wasser.
Kay Wirth

 



 


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