Was soll ich sagen?!
Als ich im Dezember 2008 an eines meiner Hausgewässer fuhr, ahnte ich noch nicht, dass ich dort ein Saisonende der ganz besonderen Art erleben durfte.
Eigentlich wollte ich an diesem wundervollen Wintertag gar nicht ans Wasser fahren, aber irgendetwas in mir
sagte „tue es!“. Außerdem war mir klar, dass der gute Herr Gevatter Frost mir nicht mehr
viel Zeit für meinen letzten Fisch geben würde, bevor er die Seeen endgültig für die
Winterpause versiegeln würde. Also entschloss ich mich dazu meine Sachen zu packen und ein letztes Mal
in diesem Jahr an den See zu fahren. Draußen schneite es wie verrückt. Egal dachte ich mir, warm
anziehen, eine Kanne Tee kochen und nur das nötigste Gepäck mitnehmen. Gesagt, getan. Rute, Bissanzeiger,
Kescher, Boilies und los geht’s. Nach ca. 10 Minuten Fahrt hatte ich mein Ziel erreicht und glücklicherweise
war ich auch der einzige, der an diesem Morgen die Idee hatte zum Angeln zu fahren.
Also schnell den Motor abgestellt,
das „Indianer Gepäck“ unter den Arm geklemmt und ab ans Wasser.
Dort lag er vor mir. Ein kleiner Waldsee im Winterkleid. So friedlich hatte ich den See auch noch nicht zu Gesicht
bekommen. Mein Augenmerk galt dem Südufer, welchem ich schon früher so manchen schönen Fisch entlocken konnte.
Allerdings hatte ich die Fische an diesem Gewässer nie mit Boilies überlistet, sondern mit Schwimmbrot, Frolic oder
Mais mit der Pose vorm Busch. Diese Methode hatte mich an jenem See bis jetzt immer mit schönen Karpfen belohnt.
Doch an diesem Morgen sollte alles etwas anders laufen.

Mein Augenmerk galt an diesem Morgen meinem „orange dream“, wie immer, wenn ich zu diesem See fuhr, einem Koi – Karpfen,
auf den ich in der Vergangenheit schon unzählige Male Jagd gemacht hatte. Und nicht nur ich, sondern eine Hand voll anderer Angler ebenso. Diese hatten mir jedoch ausführlich erklärt, dass es unmöglich sei diesen äußerst gewitzten Burschen auf die Schuppen zu legen. Jene Angler erklärten mir ebenso, dass sie schon alle erdenklichen Köder, die der Markt für die moderne Karpfenangelei bereit hält, in diesem See versenkt hatten, jedoch ohne den Fisch auch nur einmal zu Gesicht zu bekommen.
Doch dieses Mal hatte ich eine etwas andere Köderstrategie ins Auge gefasst. Wie es der Zufall so wollte, hatte ich bei einem Winterspaziergang an einem nah gelegenen See im Januar 2008 Markus Kautz kennen gelernt. Er gab mir seine Visitenkarte und lud mich ein, doch einfach mal unverbindlich seine Internet Seite zu besuchen, um einen kleinen Einblick über seine Produkte zu bekommen. Als ich noch am selben Abend seine Seite besuchte, war ich sofort begeistert von seiner Boilie-Range und vor allem von dem Konzept was er verfolgt. Ich dachte mir, wenn auch nur ein Bruchteil von dem stimmt, was Herr Kautz da schreibt, dann müssen diese Boilies der absolute Wahnsinn sein. Und da Probieren ja bekanntlich über Studieren geht, vereinbarten wir sofort am nächsten Tag einen Termin für eine „Boilie Übergabe“. Ich kaufte ein Kilo Boilies zum Testen und aus meiner heutigen Erfahrung, die ich gemacht habe, kann ich 100%ig sagen, dass jeder, der sich einmal auf Kautz-Boilies einlässt, einfach nur begeistert sein wird. Das gilt übrigens auch für die Jungs, die alles Erdenkliche probiert hatten um diesen Koi zu überlisten. : „Vielleicht solltet ihr es auch mal mit den Murmeln aus dem Hause Kautz versuchen.“
Nun aber wieder zurück zu meinem Waldsee im Dezember 2008.
Ich war also an meinem Gewässer angekommen und begann nach einem kurzen Überblick der Lage damit meine Rute aufzubauen und beköderte sie mit zwei 14mm Bottom Baits Cool Strawberry der HNV - Egoistrange und platzierte sie mit fünf weiteren Kugeln im PVA- Bag vor einem Busch am Südufer. Dort hatte ich meinen orangenen Freund schon an so manchem Sommertag stehen sehen.
Nachdem ich meine Waffe scharf gemacht hatte, gönnte ich mir erst einmal einen heißen Tee.
Es dauerte gut eine viertel Stunde, bis meine Rute das erste Mal ablief. Nach gut zehn Minuten Drill konnte ich einen schönen Winter-Spiegler landen. Wow! Dachte ich, es gibt doch nichts Schöneres, als wenn man sich in wirklich jeder Situation auf einen Boilie verlassen kann. Es war zwar nicht der Fisch den ich mir erhofft hatte, aber für 15 Minuten Ansitz, 3 Grad Wassertemperatur und ohne vorzufüttern, ein absolut traumhaftes Ergebnis. Ich hakte ihn schnell ab und entließ ihn zurück ins kühle Nass.Danach machte ich meine Rute wieder fertig und platzierte sie an exakt derselben Stelle. Cà. eine
Stunde später meldete sich mein Bissanzeiger erneut zu Wort. Gut 10 Minuten später traute ich meinen Augen nicht, als mein orangener Traum in die Maschen meines Keschers glitt. Da lag er vor mir, der Koi, auf den ich schon so lange gewartet hatte. Der Fisch, der nicht gefangen werden konnte, lag in meinem Kescher. Wahnsinn! Doch so plötzlich wie die Freude über diesen Traumfisch kam, verging sie auch wieder. Mein morgendlicher Aufbruch war so spontan, dass ich beim Packen meines „Indianer Gepäcks“ doch tatsächlich meine Kamera und meinen Karpfensack vergessen hatte. SCHEISSE! „Egal“ dachte ich, kurz bei Markus Kautz anrufen und ihn bitten, gerade vorbei zu kommen, um ein paar Bilder zu machen. Doch mein Handy hatte ich auch vergessen. Mir blieb
also nichts anderes übrig, als mich über diesen Erfolg zu freuen und meinen wunderschönen Freund zurück in seine Freiheit zu entlassen. Nachdem das orangene Schuppenkleid im dunklen Nass verschwunden war, packte ich meine Sachen und fuhr nach Hause um Markus von diesem super Ergebnis zu berichten.
Das war mein letzter Fisch im Jahr 2008 und ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn sobald wieder sehen würde.
Am 12.02.09 klingelte mein Telefon und Markus Kautz war am anderen Ende. Nach kurzer Fachsimpelei mit Markus, packte mich wieder einmal das Fieber, so dass ich noch am selben Abend meine Sachen packte, mich ins Auto setzte, kurz zu dem kleinen Waldsee fuhr um zu schauen ob er überhaupt offen war, um am nächsten Tag fischen fahren zu können. Er war offen! Am Abend hoffte ich nur eins „hoffentlich Friert der See nicht zu oder es bleibt wenigstens noch eine kleine Ecke frei vom Eis“. Über diesen Gedanken schlief ich dann aber doch zügig ein. Als ich am nächsten Morgen aus dem Fenster sah, traute ich meinen Augen nicht. Es hatte wieder die ganze Nacht geschneit und schneite immer noch.
Schnell zog ich mich an, machte mir noch einen Tee und trat dann meine Reise zu meinem hoffentlich
angelbereiten Waldsee an. Auf dem Weg dorthin hoffte ich insgeheim, dass durch die geschützte Lage
des Waldsees zu mindest noch eine kleine Ecke des Sees offen ist, da er in einer leichten Senke liegt und
auch in den Jahren zuvor nur gering oder gar nicht zu gefroren war. Yes! Ich hatte Glück. Der See war noch
zur Hälfte frei. Schnell baute ich meine Rute auf und beköderte sie wie im Vorjahr mit zwei 14mm CoolStrawberry, plus PVA und
präsentierte alles direkt an der Eiskante. Jetzt hieß es abwarten und Tee trinken.

Nach einer guten Stunde meldete sich mein Bissanzeiger mit einem wundervollen Dauerton. Es war Musik in meinen Ohren, nach einer so langen Zeit endlich wieder einem Run zu lauschen.
Mir gingen während des Drills nur zwei Dinge durch den Kopf: der Wettbewerb vom Carp Hunters Magazine (Winterkarpfen Foto), von dem ich gelesen hatte und die Fotogalerie 2009 von Kautz-Boilies. Doch was dann geschah übertraf selbst meine kühnsten Träume. Ich konnte es nicht glauben: der Fisch, der meine Saison 2008 beendete, eröffnete sie auch gleich 2009. „Orange Dream again“! Nachdem ich den Koi eingesackt hatte, rief ich sofort bei Markus an um mit ihm gemeinsam diesen Wintertraum abzulichten. Als Markus das hörte konnte er es selbst kaum glauben. Nachdem Markus am See angekommen war und eine ausgiebige Fotosession hinter uns lag, ließen wir unseren schuppigen Freund in die Freiheit zurück. Wenn ich die Bilder nicht selber gesehen hätte, dann würde ich immer noch denken es war nur ein Traum.
Ein und derselbe Fisch in kürzester Zeit zweimal überlistet.
Ich kann nur sagen:
DANKE Markus Kautz für dieses einzigartige Köderprogramm. Ich kann jedem empfehlen sich einmal auf Kautz- Boilies einzulassen. Ihr werdet es nicht bereuen!
In diesem Sinne, viele schöne
Stunden in 2009 wünscht Kay.